News und aktuelle Ereignisse
  • Restitution von Carl Blechens Gemälde "Waldlichtung mit kleinem Weiher und liegendem Hirten"
  •  Magdeburg, 07. Juni 2012. Ein weiteres Gemälde aus der Sammlung Sommerguth, das über das Auktionshaus Lange im September 1939 zwangsversteigert wurde, wurde aus dem Fürst-Pückler-Museum der Stadt Cottbus an die Erben von Alfred und   
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  • NEWS RELEASE - HCPO Sommerguth Blechen
  •  PAINTING SOLD UNDER NAZI DURESS RESTORED TO HEIRS OF RIGHTFUL OWNER New York N.Y.:   
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  • NEWS RELEASE - Sommerguth Painting Recovery
  •  PAINTING SOLD UNDER NAZI DURESS RESTORED TO HEIRS OF RIGHTFUL OWNER  
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  • Ein Raubbild im Kunsthaus Zürich
  •  Das Gemälde «Madame La Suire» des Schweizer Malers Albert von Keller (1844–1920) musste ein jüdischer Sammler 1939 zwangsversteigern. Dennoch darf es jetzt im Zürcher Museum verbleiben.  
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  • MUGGENTHALER RESEARCH UND LAW OFFICE JOEL LEVI
  •  Fast 70 Jahre nach seinem verfolgungsbedingten Zwangsverkauf findet ein Bild zurück zu den Erben des juedischen Alteigentuemers. Das Besondere an diesem Fall: das Bild wurde auf Initiative des jetzigen Besitzers freiwillig zurückgegeben.

    Diese ungwoehnliche Geschichte nahm ihren Lauf, als der 1859 geborene juedische Sammler Alfred Sommerguth seine Kunstsammlung unter dem Druck des Naziregimes verkaufen musste. Sommerguth war Bauoberregierungsrat und Direktor der beruehmten Tabakfabrik Loeser & Wolf. Seine Frau Gertrud und er waren bekannte Kunstsammler und haben viele ihrer Bilder von den Kuenstler selbst erworben. Ihre Sammlung bestand aus hunderten von Werken, darunter viele bekannte Alte Meister aber auch Bilder von Liebermann, Menzel und Pissaro

    Mit der Machtergreifung durch die Nazis wurden die Sommerguths wie alle deutschen Juden mit dem Horror von Verfolgung und Enteignung konfrontiert Die ehemals wohlhabende Familie wurde sukzessive ihres Vermoegens beraubt. Am 9.2.1939 schliesslich kam ein grosser Teil der Sommerguthschen Sammlung in eine Zwangsversteigerung durch das einschlaegig bekannte Auktionshaus Lange. Der Verkaufserloes wurde zur Begleichung der sogenannten Judensteuer einbehalten. 1941 gelang Sommerguth, der damals bereits 82 Jahre alt war, mit seiner Frau eine abenteuerliche Flucht uber Portugal nach Kuba. Seine Auswandererkonten waren gesperrt und er war mittellos. In Kuba erkrankte Sommerguth schwer an Typhus und musste ein Jahr im Krankenhaus verbringen. Schliesslich konnten die Sommerguths nach New York gelangen, wo Alfred Sommerguth 10 Jahre nach seiner Flucht verarmt starb. Seine Frau folgte ihm drei Jahre danach.

    Cornelia Muggenthaler und Rechtsanwalt Joel Levi vertreten und betreuen seit vielen Jahren die Erben der Familie Sommerguth in ihren Restitutionsanspruechen. In dieser Zeit konnten viele Bilder aus der Sommerguthsammlung identifiziert und restituiert beziehungsweise mit privaten Besitzern Vergleiche abgeschlossen werden.

    Manche dieser Auseinandersetzungen mit den jetzigen Besitzern liefen sehr konstruktiv und erfreulich, andere weniger. Die jedoch aussergewoehnlichste und bei weitem schoenste Erfahrung machten Muggenthaler/Levi in diesem Fruehjahr.

    Frau Muggenthaler bekam ein Schreiben eines privaten Kunstsammlers, in dem er ihr mitteilte, dass er ein Bild aus der Sammlung Sommerguth in seinem Besitz habe und gerne mit ihr in Kontakt treten wuerde. Dieser Sammler, Michael Venator, Sohn eines Kunsthaendlers und Arzt von Beruf, hatte eine Arbeit von Alfred Menzel in seinem Besitz, die einst Sommerguth gehoerte. Als Venator feststellte, dass dieses Werk 1939 bei einer Zwangsversteigerung zum ersten Mal den Besitzer gewechselt hat, machte er sich auf die Suche nach den rechtmaessigen Erben Sommerguths. Er wandte sich an viele Behoerden, bis ihn die Koordinierungsstelle Lost Art, bei der alle Bilder der Sammlung Sommerguth gelistet sind, an Frau Muggenthaler verwies. Zu ihrer grossen Ueberraschung erklaerte Herr Venator direkt, dass er das Bild restituieren moechte. So einen Fall hatte sie in ihrer langen Restitutionserfahrung noch nicht erlebt. Es gibt natuerlich Privatpersonen, die rueckgabewillig sind, sobald sie mit dem Fall konfrontiert werden.Doch dass sich jemand selbst auf Erbensuche macht, um ein Bild zurueckgeben zu koennen, ist schon aussergewoehnlich.

    Eigentlich wollte Herr Venator das Bild auch nicht selbst restituieren, sondern er wollte es an die Bundesrepublik zurueckgeben, damit diese es an die rechtmaessigen Alteigentuemer bzw. deren Erben restituiert. Die von ihm kontaktierten Behoerden waren aber dazu nicht bereit beziehungsweise wussten mit einem solchen Fall rechtlich nicht umzugehen. Herr Venator fuehlte sich im Stich gelassen. Es wurde ihm ueberlassen, festzustellen, ob er die richtigen Erben gefunden hat. Und auch sonst wurde ihm keine Beratung angeboten. So hat sich Herr Venator entschieden, einen privaten Rueckgebevertrag mit den Vertretern der Erben zu machen.

    In einem seiner zahlreichen Schreiben an Frau Muggenthaler erklaerte er seinen Entschluss: „Ich kann mich als Deutscher in so einem Fall einfach nicht auf Verjaehrung berufen. Wie sollte ich das denn berechnen. 1 Minute Todesangst von Alfred Sommerguh und Gertrud Sommerguth gegen 10 Stunden Ersitzen oder Verrjaehrung. Nein, das kann ich nicht, das Bild muss zurueckgegeben werden.

    Mugenthaler/Levi waren von einer solch hohen moralischen Einstellung zutiefst beeindruckt. Da Michael Venator das Bild erst vor 10 Jahren in gutem Glauben erworben hat, boten sie ihm die freiwillige Bezahlung des damaligen Kaufpreises plus Zinsen. Sollte der Verkauf des Bildes weniger erzielen, wueden beide Parteien den Erloes teilen. Herr Venator war ueber dieses Angebot natuerlich sehr erfreut, betonte aber nochmals, dass er von sich aus nichts verlangt haette.

    Diese Restituion gibt Anlass zur Reflektion. Michael Venator ist der Ueberzeugung, dass es in seiner Generation viele private Kunstsammler gibt, die aehnlich denken wie er. Die sich mit der deutschen Vergangenheit auseinandersetzen und sehen, dass sie diese Erblastbewaeltigen muessen. Sie wissen aber nicht, wie sie Bilder oder andere Kunstgegenstaende zurueckgeben koennten. In so einem Fall bleibt es dem privaten Besitzer ueberlassen, die Erben zu finden und die Rechtslage zu pruefen. Damit sind die meisten Menschen ueberfordert. Wuerde es hingegen eine Anlaufstelle geben, an die sich private Besitzer von Kunstgegenstaenden aus vormals juedischem Besitz wenden koennen, wuerden sich womoeglich viele dieser Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stellen. Nach dem Krieg gab es den sogenannten Collection Point, wo man Wertsachen aus juedischen Besitz zurueckgeben konnte und musste. Die Alliierten und spaeter die Bundesregierung hat dann die Rueckfuehrung uebernommen. Heute sind rueckgabewillige Privatpersonen in Deutschland auf sich alleine gestellt. In anderen Laendern gibt es uebrigens staatliche Hilfsangebote fuer solche Faelle, zum Beispiel das Holocaust Claims Processing Office in New York oder die Commission of Looted Art in London.

    Waere es nicht 10 Jahre nach dem Washington Agreement und viele Jahre nach der Wiedervereinigung an der Zeit, wieder eine Art Collecting Point einzurichten? Herrn Venator haette es zumindest viele Muehen erspart.

    Fazit: Dieser Fall zeigt, dass Restitution auch ohne Konfrontation und Agressivitaet abgewickelt werden kann und beide Seiten gewinnen koennen. Jedes Bild mit so einer Provenance steigt im Wert erheblich.

    Muggenthaler Research
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    Commission for Looted Art in Europe
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    Holocaust Claims Processing Office
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    One State Street
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    Tel: +212-709-5583
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    Website: http://claims.state.ny.us
     
     
  • Syposium Januar 2008
  •  Am 30. Januar sponsert Muggenthaler Research zusammen mit Sotheby's Amsterdam ein Symposium ueber Nazi Looted Art.
    Sotheby's RESTITUTION S Y M P O S I U M

    Wednesday 30th January 2008
    Sotheby’s Amsterdam
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